Selbstisolation

Das Glühwürmchen und Pinguin Suchen am Abend des letzten Blogeintrages haben wir uns schlussendlich gespart - wir waren schlicht zu müde nach der langen Fahrt nach Hokitika. Am Morgen sind wir dann sogleich wieder losgedüst, wieder etwas ins Landesinnere, um den „Gorge Walk“ zu absolvieren. Dies ist ein ca. 1km langer Track in den Regenwald, entlang und über einen idyllischen Fluss. Die Flora ist sehr vielfältig und die Farnpalmen 🌴, die hier überall wachsen, sehr imposant. Einzig die oft gegenwärtigen Sandfliegen sind ziemlich lästig. Zum Glück von Sarah haben sie aber Chregi’s Blut viel lieber.

Im Anschluss ging es zurück nach Hokitika und später an der Westküste entlang Richtung Süden mit dem Ziel Fox Glacier ❄️. Es waren weitere drei Stunden im Auto, die wir mit einer Trinkpause in Hari Hari unterbrochen haben. Die Chai Latte‘s sind hier überall super!

Am Fox Glacier angekommen, haben wir uns zuerst einen Platz auf dem Campingplatz gesichert, dann unseren Campervan unweit entfernt auf dem Parkplatz der Gletscherwanderung abgestellt und eine knapp einstündige Wanderung zum Fox Glacier in Angriff genommen. Die Wanderung führte wiederum durch einen Regenwald. Wegen starken Regenfällen einige Tage zuvor war die Wanderung etwas improvisiert. Sie führte nicht so weit wie sonst und an diversen Stellen konnte man sehen, dass Erdrutsche und die Wassermassen, die durch das Tal flossen, so einiges mitgerissen und beschädigt hatten. Leider gelangten wir so nicht sehr nahe an die Abbruchkante des Gletschers. Während wir auf unserer Island-Reise drei Jahre zuvor quasi direkt vor einem Gletscher standen, waren wir hier mindestens ein paar Kilometer entfernt. Nach dem Nachtessen sind wir an den nahegelegenen Lake Matheson gefahren um die „ReflectioNZ“ zu sehen. Bei Abenddämmerung und stillem Wasser sollen sich die Berge Mount Cook und Mount Tasman 🏔 anscheinend perfekt auf der Wasseroberfläche spiegeln. Völlig falsch angezogen und etwas in Eile wegen der schon längst untergegangenen Sonne liefen wir strammen Schrittes auf die andere Seeseite. Just in time kamen wir da etwas tiefgekühlt an und haben die nötigen Beweisfotos geschossen.

Am 17. März sind wir dann auf Empfehlung noch zum Franz-Josef Gletscher, da man da anscheinend näher an den Gletscher herankommt. Diese Wanderung wollten wir ursprünglich nicht machen, da sie sehr touristisch ist und im Minutentakt Helikopter 🚁 in Richtung des Schauplatzes fliegen. Die Wanderung war dann tatsächlich keine solche für Schweizer Verhältnisse, sondern eher ein kurzer Spaziergang, leider wieder nicht sehr nahe an den Gletscher heran (aus denselben Gründen wie beim Fox-Gletscher - nur wusste das unsere Tippgeberin anscheinend nicht). Etwas enttäuscht haben wir den Rückzug angetreten und sind mit einem weiteren Stopp in Hari Hari nach Punakaiki gefahren (etwas nördlich von Hokitika), wo wir uns auf dem Beach Camp eingenistet haben. Zu Fuss sind wir zu den Pancake Rocks geschlendert und haben die eindrücklich wie Pfannkuchen gestapelten Felsformationen bestaunt. 

Tags darauf standen weitere 290 kurvige Kilometer quer durch das Landesinnere an, die Sarah bravourös gemeistert hat und uns sicher nach Kaiteriteri geführt hat. Dort wollten wir eigentlich südlich des Nationalparks „Abel Tasman“ auf dem Campingplatz Bethany unsere Zelte aufschlagen, wir wurden aber höflich wieder weggeschickt. Vor ein paar Tagen hat die neuseeländische Regierung die Weisung herausgegeben, dass alle Neuankömmlinge im Land sich zuerst einer 14-tägigen Selbstisolation unterziehen müssen. Wie dachten jedoch, das gelte nur für Neuankömmlinge und nicht für diejenigen, die schon im Land sind. Uns fehlten noch drei Tage dazu. Andere Campingplätze 🏕  haben aber andere Bestimmungen, daher konnten wir dann auf dem Nächsten  problemlos bleiben, so dass wir gleich drei Nächte buchten...

Auch der nächste Tag stand im Zeichen von Problemen. Als wir uns eigentlich schon auf den Weg zu unserem Wassertaxi Richtung Anchorage befanden, bemerkten wir eine Pfütze neben unserem Camper. Nach dem Öffnen der Tür stellte sich heraus, dass eine Wasserleitung undicht war und den ganzen Innenraum nass gespritzt hat. Nach Anruf bei unserem Vermieter warteten wir den halben Tag auf den neuseeländischen TCS, der leider nicht ganz so speditiv wie in der Schweiz ist. Wir fuhren dann in die Werkstatt, wo alles wieder in Ordnung gebracht wurde, aber der Tag war futsch.

Die Hiobsbotschaften wurden leider nicht weniger. Am Abend haben wir von der Schweizer Botschaft in Sydney eine Antwort auf unsere Anfrage erhalten, ob und wie wir im April nach Australien 🇦🇺 einreisen dürfen. Die Antwort: Seit dem 19. März gar nicht mehr, die Grenzen in Australien wie auch Neuseeland 🇳🇿 wurden nun geschlossen. Den Abend haben wir dann mit dem Stornieren all unserer Hotels, Ausflüge, Mietwagen, Fähren und Flüge verbracht. Selbstverständlich wissen wir wie der Rest der Welt nun nicht, wie es weitergeht, ob und wie wir dann nach Fiji oder Hawaii kommen werden. Wir wissen einzig, dass sich unsere Zeit in Neuseeland wohl etwas ausdehnen wird, da wir zumindest hier bleiben dürfen. Heimkommen wäre sowieso schon längst schwierig bis unmöglich geworden, da viele Länder ihre Grenzen ebenfalls bereits geschlossen haben und es kaum noch Airlines gibt, die ihrem Namen gerecht werden. Ausserdem war für uns von Anfang an klar, dass wir auch gar nicht nach Hause kommen wollen. So bleibt uns nichts anderes übrig, als es auf der Nordinsel von Neuseeland sehr gemütlich zu nehmen und abzuwarten. Selbstverständlich hören wir auch die News aus der Schweiz, die uns nicht gerade freudig stimmen... #staysafe

Heute haben wir die Sache mit dem Wassertaxi nachgeholt, welches uns von Maharau auf dem Wasserweg Richtung Anchorage transportiert hat. Unterwegs haben wir am Split Apple Rock 🍏 und der Insel Adele, wo Seelöwen leben, einen Foto-Stopp eingelegt. Von Anchorage sind wir dann in rund vier Stunden der Küste entlang nach Maharau zurückgewandert. Übernachtet wird zum dritten Mal in Folge am selben Ort, in Kaiteriteri, und morgen geht es dann weiter auf die Ostseite der Insel, nach Kaikoura.

Also, bleibt Corona-free (ausser es ist Bier) und bis zum nächsten Eintrag!


Gorge Walk, Sarah am Filmen


Fox Glacier aus der Ferne


Erdrutsch entlang des Wegs „zum“ Fox Glacier


Regenwald


Spiegelungen im Lake Matheson


Franz Josef Gletscher, stark vergrössert mit Dano‘s Supertele


Pancake Rocks


Pancake Schiff 😀


Wasserschaden


Enten zu Besuch


Split Apple Rock


Ein weiterer Seehund (und Möwe)


Aussicht während der Wanderung


riesige Farnpalme


Ebbe vor Maharau




Kommentare

  1. wow die farnpalme :) nöd gwüsst dass das gid! s 2. lieblingsbild sind natürlich d ente ;-)

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    1. Gäll sie esch super! Es het mega viel vo dene do 🌴S‘Entegeschnatter fehlt eus hüt scho fascht chli 😃

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  2. Wow, vielen Dank für den wiederum so "lebendigen" Eintrag. Sarah frierend? am Filmen :-))
    Wunderschönes "Beweisfoto" - könnte ein Bergsee in der CH sein...… Mein Lieblingsfoto hier die einer Menschenansammlung nicht unähnlichen Pancake Rocks, welche alle aufs Wasser schauen mit "Anführer" hinten :-))). Hends trotz Flug-/I- und Abreiseverbot ganz guet und bliibed xund!

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    1. Es sieht tatsächlich ein wenig frierend aus, aber es war gar nicht mal so schlimm, obwohl es ziemlich früh am Morgen war 😉
      Herzlichen Dank! Hebs au guet und bis bald 😘

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  3. D'Farnpalme fendi also au mega, gseht u schön us - au met de Sonne, wo zwösched dore schiint! Dass ehr ez so vell Flüg, Hotels, Usflüg, etc. müend storniere esch jo also ächt mega doof - das tuet mer soooooo leid :'(! Dänke fescht a euch!

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    1. Danke liebi Sabä! Es esch zwor würkli uu schad, dass mer Australie ned chönnd gseh, defür hämmer nochli meh vo Neuseeland, was au schön esch 😊 Mängisch chunnts halt ganz andersch als mer dänkt. Mer möchid s‘Beschte drus und nähmeds jetzt eifach vorzue.

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