Lockdown
Unsere Vorstellung, die Nordinsel gemütlich zu erkunden, hat sich leider ziemlich schnell erübrigt. 😔 Neuseeland pflegt vier Eskalationsstufen im Falle einer Pandemie, wie sie aktuell in Form von COVID-19 herrscht. 🤒 Seit unserer Ankunft war die Einstufung auf Level 2️⃣, das heisst das Virus ist bereits im Lande und das Risiko einer weiteren Ausbreitung ist gross. Massnahmen dagegen beinhalten das soziale Distanzieren, das Zuhausebleiben von Risikogruppen und Restriktionen zur Einreise in das Land. Letztere wurden ja am 15. März umgesetzt, alle Neuankömmlinge mussten sich für 14 Tage einer Selbstisolation unterziehen. Was wir erst später gemerkt haben, ist, dass diese Bestimmung nicht nur für Neuankömmlinge gilt, sondern auch für bereits Eingereiste. Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir die Campingplätze zwischen dem 15. und dem 18. März theoretisch nicht wechseln dürfen. Wir wurden allerdings erst ab dem elften Tag im Land darauf aufmerksam, und haben dann die verbleibenden drei Tage auf demselben Campingplatz in Kaiteriteri verbracht.

Typische Süssgräser (Toetoe in der Sprache der Maori) zu Beginn unserer Wanderung

Auf der Aussichtsplattform angekommen - Putangirua Pinnacles


Endpunkt des „Wanderweges“

Danke Apple-Karte für die Lokalisierung eines Weges

Mount Ruapehu auf der Fahrt nach Auckland
In der Nacht vom Sonntag auf Montag wurde dann von Stufe 2️⃣ auf 3️⃣ erhöht, was Massenzusammenkünfte verbietet und öffentliche Einrichtungen schliesst. Dies haben wir beiläufig von der Campingplatzbetreiberin in Pirinoa mitgekriegt, bei der wir von Montag auf Dienstag übernachtet haben. Im Glauben, dass die Stufe 3️⃣ nun für eine Weile bestehen bleibt, haben wir uns am Dienstagmorgen auf eine Wanderung zu und um die Putangirua Pinnacles aufgemacht (auch bekannt aus dem Film „Herr der Ringe“ - der Ort diente als Filmkulisse für die „Pfad des Todes“ Szene im dritten Film 😊). Viele Touristen hatte es da nicht, da die Sehenswürdigkeit etwas abgelegen am südlichsten Punkt der Nordinsel liegt. Der Wanderweg und die Markierungen sind schlecht unterhalten und sehr in die Jahre gekommen. Diverse Male wären wir froh um eine Machete 🗡 gewesen, um uns den Weg freizumachen. Den Markierungen🔻 folgend, endete unsere „Wanderung“ dann irgendwo im Nirgendwo, nämlich steil abwärts in einem sehr unwegsamen und dicht bewachsenen Wald, in dem der „Weg“ nach ca. 20 Minuten Gekraxelns abrupt endete. Fluchend 🤬 kämpften wir uns wieder hoch und konnten eine richtige Strasse nur dank unseres neuseeländischen Natels und der darauf ersichtlichen Karte wiederfinden.
Am frühen Nachmittag haben wir uns weiter aufgemacht, den Leuchtturm am Cape Palliser, welches sich am südlichsten Zipfel der Nordinsel befindet, zu besuchen. Auf der Fahrt dahin haben wir die neuesten Nachrichten zur Pandemieentwicklung gecheckt und mit Schrecken festgestellt, dass die neuseeländische Regierung die Eskalationsstufe per Mittwochnacht, 23.59 Uhr auf 4️⃣ erhöht. Was heisst, dass alle zuhause bleiben müssen, an dem Ort, an dem sie gerade sind. Den Leuchtturm haben wir uns dann etwa einen halben Kilometer vor dem Ziel geschenkt, auch wegen der schlechten Zufahrtsstrasse, die ein bisschen klippig, abrutschgefährdet und schlecht zum Wenden war. Wir haben Levin nördlich von Wellington als nächste Destination angepeilt, ca. 3h Fahrt von unserem sehr abseits gelegenen Aufenthaltsort.
Auf der Fahrt dahin haben wir uns informiert, ob wir weiter campen dürfen (ist ja unser zuhause) und keine schlüssige Antwort gefunden. Bei der Ankunft in Levin um 18.00 war der Campingplatz komplett geschlossen. Der Nächste war eine halbe Stunde entfernt weiter nordwestlich in Foxton. Nach einem kurzen Anruf 📱haben wir erfahren, dass wir zwar eine Nacht bleiben können, dann aber entweder weg oder für die nächsten 28 Tage an diesem Ort bleiben müssen. Dies hätte auch bedeutet, dass wir nur im Camper hätten duschen und kochen dürfen, da die „öffentlichen“ Duschen und Küchen der Campingplätze zu bleiben müssen. Wir wollten aber nicht die nächsten 28 Tage an diesem verlassenen Ort auf 10 Quadratmeter verbringen. Zudem hätten wir die Campermiete verlängern müssen, da wir unser Fahrzeug am 2.4. hätten abgeben müssen.
Daher haben wir uns entschlossen, ein Apartment in Auckland zu buchen, wo wir nun die nächsten Wochen bleiben werden, bis der Lockdown vorüber ist. Die 6.5 stündige Fahrt nach Auckland mussten wir in einem Tag schaffen, inklusive Putzen des Campers, Packen unserer Utensilien und Abgabe des Campers bis spätestens 16.00 Uhr - ein ziemlicher Stress. Erstattung gab es natürlich keine, weshalb wir aktuell die Unterkunft quasi doppelt bezahlen. Aber etwas mehr Platz war uns ein Bedürfnis in dieser Lockdown Phase und der Aufenthaltsort in Auckland ist auch nicht schlecht, da wir hier in unmittelbarer Nähe zu Läden und Parks sind, wo wir einkaufen und spazieren gehen können. Gestern genossen wir auch unsere letzte, nicht „selbstgekochte“ Mahlzeit - danke Burger King! 🍔 👑
Stufe 4️⃣ bedeutet in Neuseeland übrigens, dass alle bleiben müssen, wo sie sind, zwei Meter Abstand zur nächsten Person halten müssen, und das Haus darf nur für Einkäufe oder zu Bewegungszwecken verlassen werden, unter Einhaltung des sozialen Distanzierens. Heute Morgen haben wir gleich den ersten Einkauf getätigt, wir haben mit apokalyptischen Zuständen und leeren WC-Papier-Regalen 🧻 im Supermarkt gerechnet, aber weit gefehlt. Es hatte noch fast alles und der Laden war praktisch menschenleer, wie auch die Strassen der Stadt. Nun sind wir in unserem Apartment, geniessen die Aussicht auf den Hafen und verbringen unsere Zeit mit Lesen, Spielen, Spazieren oder Joggen gehen und Sonne geniessen auf dem Balkon, unterbrochen durch Abklärungen mit Ebookers, Hotels und Mietwagenfirmen, bei denen wir im Vorfeld etwas gebucht haben und nun stornieren oder ändern müssen.
Nicht genau das, was wir uns auf der Nordinsel erhofft hätten, aber wir machen das Beste draus. Wir erkunden Auckland zu Fuss, warten die vier Wochen ab und schauen dann, wie es weitergeht. 😀 Neuseeland hat diese höchste Eskalationsstufe relativ schnell verhängt, bei gerade mal ca. 150 teilweise noch unbestätigten Corona-Fällen. Wir sind daher guter Dinge und zuversichtlich, dass die Fallzahlen hier weiterhin sehr tief bleiben und wir ab Ende April die Nordinsel doch noch erkunden können.
Typische Süssgräser (Toetoe in der Sprache der Maori) zu Beginn unserer Wanderung
Auf der Aussichtsplattform angekommen - Putangirua Pinnacles
Endpunkt des „Wanderweges“
Danke Apple-Karte für die Lokalisierung eines Weges
Mount Ruapehu auf der Fahrt nach Auckland
Mount Ngauruhoe - Schicksalsberg aus Herr der Ringe

Unser Apartment
Danke, Chregi für de situationsrelevante Blog. Guet glunge de ufribende lange Weg zum Appartment. Bi all de laufende Aenderige kei's liechts Unterfange. Wünsche eu recht guete Zit im festgsetzte Ort. Mit Verlaub: ihr mached's wirkli guet.
AntwortenLöschenDanke vielmol 😊 Es loht sich do in Auckland i dere schöne Wohnig aber au würkli guet ushalte ☺️
LöschenUff uff, das tönt alles seeehr abenteuerlich!!! Ihr seid ja richtige Überlebenskünstler!! Und nie hört man bei euch Misstöne in diesem Albtraum! Daumen hoch!!! Tolle Aussicht - so eine Wohnung würde mir unter anderen Bedingungen auch gefallen :-))). Behaltet euren Durchhaltewillen und bleibt v.a. gesund.
AntwortenLöschenHerzlichen Dank 😘 Die Misstöne behalten wir für uns 😆 Nein, so schlimm war es tatsächlich nie, neben kurzen Frust-Momenten konnten wir uns das Positiv-Denken glücklicherweise immer bewahren. Trotz allen Planänderungen haben wir es ja wirklich gut und das geniessen wir auch 😊
LöschenHi Zäme, danke für die schöne Fotos und die detaillierte Informationen über eure Abenteuer. Mit dem Verstand bin ich eine Mitreisende. ��
AntwortenLöschenEs ist schön zu wissen, dass ihr gesund und munter seit. Auch wenn eure Pläne teils durch den Haufen geworfen worden sind, ist eure Positivität fast vorbildlich.
Weiter wünsche ich euch noch zahlreiche Erlebnisse und viel Gesundheit.
LG Angi
Hoi Angi
AntwortenLöschenDanke für deinen Kommentar. Hinter den Kulissen fluchen wir aber manchmal ordentlich. ���� Aber es geht ja allen gleich, Einschränkungen müssen wir ja alle hinnehmen leider. Ich hoffe du und deine Familie seid auch gesund und bleibt es!
Weiterhin viel Durchhaltewillen und viel Spass beim Blog-Lesen.
Lg Chregi
Das Beste draus machen ist das Einzige und das Richtige. Geniesst Auckland mit ein paar ausgedehnten Bewegungsrunden ... und geniesst die Erholung! Ich wünsche euch, dass ihr eure Reise fortsetzen könnt und noch viel Schönes erlebt!
AntwortenLöschenheGrü
Philipp
Herzlichen Dank Philipp! Da hast du absolut recht. Inzwischen haben wir die Stadt schon auf diversen Wegen erkunden können - es ist wirklich schön hier 😊
LöschenAuch dir eine gute Zeit! Herzliche Grüsse einmal um die halbe Welt 🌍